Allen Strandbesuchern die besten Wünsche für 2008, vor allem ein bisschen frischen Wind und natürlich Sonnenschein! Danke für’s Vorbeischauen.
Kurz vor Weihnachten fanden sich noch einige Urlaubstage, schnell wurden ein paar Euros zusammengekratzt und schon saß ich im Flieger nach Marrakesh. Das erste Mal auf dem afrikanischen Kontinent, das erste Mal in einer islamischen Gesellschaft. Die Menschen, die mir begegneten, mich in ihre Häuser, zu ihren Freunden und Familien einluden und ihr Essen mit mir teilten, zeichneten sich durch eine Warmherzigkeit aus, die mich sehr berührte. Mir als Außenseiterin erschien ihre Religion als tolerant und ungemein flexibel im Alltag. Das Los der Frauen auf dem Land ist jedoch hart: das Familieneinkommen wird in die Ausbildung der Söhne investiert, die Mädchen besuchen die Grundschule, danach wartet ein Leben im Haushalt und auf den Feldern auf sie. Ich war Gast in einem von Religiosität geprägten Land; doch das Gesicht des Islam (mit und ohne Schleier) das mich anlächelte, sah ganz anders aus, als die islamistische Fratze, die so häufig in unseren Medien vorgeführt wird.
Wenige Tage nach meiner Rückkehr wurde Benazir Bhuttho ermordet. Vor einigen Tagen nun hatte ich eine Idee, wie ich meine Eindrücke aus Marokko in einer Geschichte verarbeiten könnte. Was mich am meisten interessiert, ist die schwankende Haltung des “Westens” (vor allem des alten Europas): liberale Intellektuelle in verbalen Scharmützeln mit paranoiden Sicherheitspolitiker, ein an Ignoranz grenzendes Unwissen was die Geschichte der islamischen Welt betrifft gespickt mit Angst vor dem Fremden und der Angst vor Anschlägen. Auch ich kann keine Haltung finden und denke, vielen anderen geht es ebenso (inklusive der politischen Kaste). Als Skizze existiert in meinem Kopf eine dreiteilige Geschichte, in der drei Ich-Erzähler im Präsenz berichten: ein Tourist in Marokko, ein Journalist in Rawalpindi zurzeit des Attentats und eine deutsche Hausfrau, neben deren Heim eine Moschee gebaut werden soll.
Diese kleine Website ausschließlich als virtuellen Raum zum Posten kurzer Texte zu nutzen, hat mir schon seit einiger Zeit missfallen. Offline arbeite ich noch an einer Kurzgeschichte über eine fette Irin – einem Stoff, den ich schon seit Jahren mit mir rumschleppe. Zuerst schickte ich sie von Dublin hinter den eisernen Vorhang, um in polnischen Jazzclubs zu singen, dann wollte ich sie von einem Hong Konger Hochhaus stürzen. Im Augenblick flaniert sie Unter den Linden. Mary-Anne ist mir in all den Jahren sehr ans Herz gewachsen, aber ihre Geschichte eignet sich nicht zur Bearbeitung im Blog.
Ich möchte ausprobieren, ob ich eine Geschichte auch hier am Strand entwickeln und gar fertig stellen kann. Die Kurverwaltung merkt dazu an: Von Januar bis März ist der Zeitraum des Jahres, wo der Brötchen-Job so dermaßen viele Arbeitsstunden von mir erfordert, dass ich nicht weiß, ob ich überhaupt Zeit haben werde, irgend etwas zu schreiben. Ich hoffe und wünsche es mir sehr. Also: abwarten und vielleicht einfach mal in großen Abständen vorbei schauen. Würd mich freuen.


Textilstrand wird vom 
Ich wünsche ein glorreiches neues Jahr! Und freue mich schon aufs Vorbeischauen hier (auch wenn’s nur in großen Abständen sein soll) und das Vorfinden neuer Texte!