Monthly Archive for Februar, 2011

Ein urbanes Meer

IMG 3372 Ein urbanes Meer | streetart madrid

IMG 3382 Ein urbanes Meer | streetart madrid
IMG 3468 Ein urbanes Meer | streetart madrid

Streetart von großer poetischer Kraft. Gestaltet von Luzinterruptus, wo es weitere Fotos gibt. An den Strand gespült von Rebelart.

In den Worten der beiden Künstler von Luzinterruptus:

We believe that the containers of rubble in the streets of Madrid are like stranded ships, waiting between the cars, for the rising tide that never comes, to take them back to the sea.

Some of these containers, especially those which are in luxury neighborhoods, are covered by shiny tarpaulins of green and blue, which cover the unsightly rubbish inside them and when we see them we imagine that a piece of the deep, bright sea has crept into our dry, urban habitat.

The night of February the 7th, we decided to stage this fantasy, adding paper boats with lights to our imaginary, miniature seas.

The action was called One sees the sea between the cars and to carry it out we used 3 covered containers which we found in the neighborhood of Salamanca in Madrid, placing upon its “waters”, a tiny, harmless fleet, of illuminated paper boats.

According to what we have been told, our improvised seas, were the first thing seen by many children going to school that morning, and also gave rise to many animated conversations in the shops and bars in the area.

Pictures by Gustavo Sanabria.

Assembly time in the street: 2 hours.
Damage done: 0.
Duration of the intervention: 24 hours?

In meinem inneren Bootshäuschen

Seit acht oder neun Jahren trage ich eine Figur mit mir herum. Eigentlich müsste ich sagen: in mir herum. Wo auch immer sich die Figuren in ihrer Autorin verstecken, die später zu einem Charakter in einer Erzählung werden, dieser geheime Ort, der vermutlich irgendwo zwischen Herz und Hirn liegt und den ich mir als ein morsches Bootshäuschen in einer winzigen, verlassenen Marina fernab aller Textil- und Nacktbadestrände vorstelle, in diesem dunklen Bootshäuschen in mir versteckt sich seit vielen Jahren eine dicke Irin.

Erst hieß sie Mary-Anne, nun Mary-Ellen. Zwischenzeitlich ist sie zu einer Halbirin geworden, mit einem irischen, kommunistischen Vater und einer deutschen, katholischen Mutter. Dick, man müsste wohl eigentlich sagen fett und nicht mehr ganz jung, ist sie über all die Jahre geblieben. Mary-Anne wohnte in meiner Fantasie (und im Blog) in Dublin und sang in einer ganz frühen Fassung, die es nur auf echtem, zerreißbaren Papier gibt, in verrauchten Jazzkellern im alten Osteuropa hinter dem eisernen Vorhang. Seit einigen Wochen nun hämmert Mary-Ellen jeden Tag vehement gegen die moosigen Wände des Bootshauses und will raus. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass es ihr in dem ollen feuchten Häuschen mächtig stinkt. Sie möchte sich endlich selbst erkennen können, mit anderen Worten bei Tageslicht auf elektronischem Blog-Papier Gestalt annehmen.

In dem Bootshäuschen befinden sich weiterhin eine männliche Hauptfigur (Rudi), Skizzen für einen fantastischen, geheimen Ort und ein Stadtplan von Berlin. Irgendjemand hat Zettel an die Innenseite der Tür geklebt, auf die kurze Notizen zu Stil, Erzählperspektive und einigen Themen gekritzelt wurden.

Was daraus werden wird? Ich habe keine Ahnung. Wenn ich mir meine Notizbücher der letzten zehn Jahre und die Blogeinträge am Textilstrand seit anno August 2007 anschaue – wahrscheinlich gar nichts. Doch es rumort in mir (wie gesagt, dieses ständige Pochen und Hämmern von Mary-Ellen) und ich hoffe, dass ich dieses eine Mal die Disziplin aufbringen werde, meine Ideen für Was-auch-immer-das-hier-werden-Wird nicht wieder im Sumpf meiner Schreibfaulheit versinken zu lassen.

Schaun wir mal, was dabei raus kommt. Icke jedenfalls bin schon janz uffjeregt…