Aloha und herzlich willkommen am Textilstrand! Hier treffen sich orientierungslose Meeresbewohner und wortsüchtige Strandspaziergänger, die eines teilen: den Willen, ihre Texte in das große virtuelle Netz zu werfen. Um zu gucken, was passiert.
Der Bademeister motzt: „So kann das doch nichts werden.“ Die Nixe streicht über ihren Schuppenschwanz: „Strandgut. Sollte es nicht um Strandgut gehen? Schauen, was angespült wird?“ „Ich wollte nur zwei einfache Sätze pro Woche ausspucken“, fügt kleinlaut der Schlickwurm hinzu. Die Brandung rollt immer stärker an Land. Eine Welle bäumt sich auf, mannshoch, schleudert eine Qualle durch die Luft, Schirm zuerst, ein Schweif Tentakeln hinterher. Die Fangarme klatschen dicht neben dem Wurm auf den Sand, die Nixe glaubt, ein leises Zischen zu hören. Dann ist die Qualle tot. Wie ein Kissen gewebt aus Silberfäden glitzert ihr Wasserkörper in der Abendsonne. Fisch- und Menschenaugen richten sich wieder auf den Wurm. Nie zuvor hat ein Schlickwurm das Wort an diesem Strand ergriffen.
Was also erwartet den Strandbesucher: Worttsunamis und Satztaifune sicher nicht. Leider ist keiner der Strandbewohner intelligent genug, um sich an intellektuellen Diskursen zu beteiligen oder kluge Erklärungen abzugeben. Möglicherweise wird sich der Textilstrand eher zum Blogäquivalent der Ostsee entwickeln: unspektakulär, schwapp, schwapp, die Omi würde „hübsch“ dazu sagen. Ein kleines Experiment mit unbekanntem Ausgang.
Zum Abschluss seien die Strandbesucher noch darauf hingewiesen, dass es sich um einen Textilstrand handelt. Nackig macht sich hier niemand.