Sie gehen zum Fluss hinunter, dessen steiniges Bett zwischen dem neuen und alten Teil des Dorfes etwa 100 Meter breit ist. Nur im Januar schwillt er für einige Tage auf seine volle Größe an, jetzt kann man ihn mit drei Schritten über Sandsäcke überqueren. Sie lupft den Saum und hüpft hinüber – so elegant es in einem Kaftan mit Jeans drunter und klobigen Wanderschuhen an den Füßen eben geht. Houssam geht schon voraus, doch sie hält noch einen Augenblick inne. Wirft einen Blick zum Himmel, den Fluss hinauf und hinunter, lächelt und schaut zuletzt geradeaus zum „Kasbah du Chocolat“ wie sie es nennt: Aït Ben Haddou, ein ganzes Dorf aus Lehm: Türme, Häuser, Ställe, Gassen. Aufgehäuft in Schokoladenbraun an der Seite eines Hügels.
Heute ist der Tag des Schlachtfestes. Neben jedem Haus gibt es eine Lache noch warmen Blutes, das die abschüssigen Gassen und Treppen hinunter läuft. Wie ein Netz aus Adern durchziehen diese Rinnsaale das Dorf. Das Blut von drei, vier Schafen sammelt sich in einer violett-roten Pfütze auf dem Hauptweg und rieselt zum südlichen Tor hinab. Continue reading ‘Kasbah du Chocolat (2)’




Textilstrand wird vom 
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